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Übersicht | Revolution
Revolution und Tod in Karlsruhe

Nachdem das Frankfurter Parlament aufgelöst ist, wird überall im Reich revoltiert, schon 1848 auch in Baden. Karl Drais will damals seine Forderung nach dem imperativen Mandat in die Zeitung setzen - ob er's wirklich getan hat, ist noch nicht erwiesen.

Im Frühjahr 1849 kommt es in Baden zur bewaffneten Revolution. Der Großherzog flieht nach Koblenz. Noch davor legt Drais in einer Zeitungsanzeige mutig seine Adelstitel nieder - nicht mehr Karl Freiherr von Drais, sondern Bürger Karl Drais will er sein. Es bildet sich eine moderate Revolutions-Regierung. Nachdem das vom Herrscher zu Hilfe gerufene preussische Militär die Freischärler geschlagen hat, stellen zwei junge Adlige den Erfinder auf die Loyalitätsprobe: Er soll auf den Großherzog ein Glas Schnaps leeren. Drais weigert sich und wird von den beiden übel misshandelt. Der Ort dieser Schandtat war das Gasthaus Goldenes Kreuz in Karlsruhe, welches in der Nachkriegszeit abgerissen wurde. Die heute existierende Gaststätte gleichen Namens steht damit aber nicht in Verbindung.

Die preussische Besatzung lässt viele Revolutionäre standrechtlich erschießen, andere steckt sie in die Irrenanstalt. Für Karl Drais plant sie die Entmündigung, und ein badischer Medizinalrat gibt sich für das gewünschte Gutachten her. Zusätzlich beschlagnahmen die Besatzer die Pension des Alkoholkranken zur Begleichung der Revolutionskosten. Die Schwestern und der Vetter in Freiburg erheben aber Einspruch.

Am 10. Dezember 1851 stirbt Karl Drais 66jährig in Karlsruhe, Zähringer Straße 43. Nur die mutigsten Freunde begleiten den Revolutions- Mitläufer zur letzten Ruhe. Als der alte Karlsruher Friedhof in einen Park umgewandelt wird, sammeln 1890 die deutschen Radfahrvereine für die Umbettung in den neuen Friedhof und ein Grabdenkmal. Auch noch nach der Umbettung streuen badische Monarchisten allerlei lächerliche Lügenmärchen über Drais aus - die probate Methode, um im Lande gebliebene Demokraten gezielt verächtlich zu machen.


© Sören Fink mit wissenschaftlicher Unterstützung von Prof. Dr. H. E. Lessing